Irreversible straight Cut – Ein Skandalfilm kehrt zurück

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Irreversible ist eines der umstrittensten Werke der Filmfestspiele in Cannés aus dem Jahre 2002. Kürzlich ist nun mit dem Straight Cut eine Neuauflage erschienen, die wir uns zusammen mit der Originalfassung auf Bluray anschauen durften. Der Film ist etwas ganz besonderes und psychisch stark belastend, deshalb sei an dieser Stelle bereits erwähnt das es nichts für schwache Nerven oder empfindsame Menschen ist. Seid ihr leicht emotional und weint bei Dramen hin und wieder oder schaltet bei ekligen Szenen um, träumt schlecht von Horrorfilmen, dann sofort raus hier und vergesst den Titel ganz schnell. Irreversible ist aber erzählerisch, zumindest im Original, ein Meisterwerk der schweren Filmkunst. In diesem Review werde ich sicherlich an einigen Stellen Spoilern, also seid gewarnt wenn ihr den Film seht das es durchaus Einiges vorweg nehmen könnte, dennoch ist und bleibt der Film wirklich harter Tobak.

Die Hauptrollen gehören hier Monica Belucci die Alex spielt, eine junge Frau die von einer Party kommt, Albert Dupontel in der Rolle von Pierré der sie hätte fahren sollen und Vincent Cassel in der Rolle von Marcus, Alex Freund. Das besondere an diesem Film ist, das er chronologisch rückwärts erzählt wird, sprich der Film beginnt, im Original, mit dem Abspann, was auch so gewollt ist und damit das Pierre einem anderen Menschen brutal mit einem Feuerlöscher den Schädel zertrümmert. Erst nach und nach klärt sich die Geschichte auf und wir erleben unter anderem eine heftige Vergewaltigungsszene in der Monica Belucci fast 10 Minuten lang, übrigens ohne Schnitt in der Szene, das Opfer spielen muss und man sieht ihr an das diese Rolle ihr sicher keinen wirklichen Spaß bereitet hat. Hier aber erst einmal ein Trailer:

Wer jetzt noch nicht ausgestiegen ist der sollte sich wirklich einmal an den Film wagen, natürlich gerne in der doppelten Fassung mit der klassischen Edition und dem Straight Cut, setzt doch der Straight Cut dem Film noch einmal die Krone auf, bzw. erfindet diesen noch einmal komplett neu. Während der Straight Cut keine ganz so große Wirkung wie das Original entfaltet beleuchtet das Original die Geschichte von Alex insbesondere so legt man im Straight Cut ein bisschen mehr wert auf die Geschichte von Pierre, dem im Straight Cut nun auch die letzten Szenen gehören. Insgesamt wurde der Straight Cut stark bearbeitet und mit zusätzlichen Szenen genauso ergänzt wie andere gekürzt wurden. Vor allem die Dialoge die Regisseur Gaspar Noé als unwichtiger erachtete wurden gekürzt oder ganz herausgeschnitten.

Leider leiden manche Szenen darunter ein wenig, was aber meiner persönlichen Meinung nach dem Film keine Probleme bereitet, es ist halt ein anderer Film und der wirkt auch etwas anders. Vielleicht hat der Straight Cut in meinen Augen auch seinen Reiz verloren weil ich das Original vorher gesehen habe, aber für Fans des Originals ist der Straight Cut auf jeden Fall ein absolutes muss.

Ich mochte es wie der Film mit meiner Gefühlswelt gespielt hat und vor allem konnte ich der umgekehrten Erzählweise etwas abempfinden. Diese Erzählweise gab es in verschiedener Form in späteren Filmen auch schon, sie hat aber nie wieder so gewirkt wie in Irreversible. Der Film ist und bleibt dabei aber harter Tobak und vermittelt Empfindungen die man nur schlecht aus dem Kopf bekommen kann. Auch die Bilder der Vergewaltigungsszene sind sicherlich harter Tobak den man Kindern und jugendlichen auf keinen Fall zeigen sollte. Gerade deshalb bin ich erstmals nach vielen Monaten auch wieder mit der Alterbeschränkung vollkommen einverstanden, denn beide Versionen sind ganz klar ab 18.

Sowohl das Orignal als auch der Straight Cut sind ein harter Schlag in die Magengrube und können durchaus Bilder im Kopf entstehen lassen oder einbrennen die man wieder aus selbigem heraus bekommen möchte, aber Irreversible (engl.: unumkehrbar) ist nicht nur der Titel des Film und die Handlungen im Film, wie der Mord mit dem Film beginnt oder die Vergewaltigungsszene die etwas zu detailliert ist. Auch das ansehen des Filmes ist nicht unbeding umkehrbar.

Aus diesem Grund kann ich hier lediglich:

7 von 10 Punkte

geben. Wenn ihr jetzt aber Lust auf den Film bekommen habt dann schaut doch mal in unseren Adventskalender, denn für hartgesottene haben wir den Film im Türchen 12 untergebracht an dem ihr noch bis zum 18.12.2020 teilnehmen könnt. Habt ihr dieses Datum schon verpasst könnt ihr den Film als DVD oder Bluray auch hier(*) bestellen.