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Im Test – Asassins Creed Mirage (PS5)

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Sie haben es wieder getan! Aber ehrlich gesagt habe ich mich in diesem Jahr auch mal wieder richtig darauf gefreut Asassins Creed zu spielen. Asassins Creed Mirage ist dabei der aktuell neueste Ableger der Serie und spielt im alten Bagdad roundabout im 9.ten Jahrhundert. Wir spielen die Vorgeschichte von Basim, den wir aus Asassins Creed Valhalla kennen dürften, wenn wir die Serie gespielt haben. Ich selbst bin zwar großer Asassins Creed Fan, habe aber einige Teile aus Zeitgründen nicht gespielt, Valhalla gehört leider dazu. Umso interessanter ist es natürlich die Vorgeschichte von Basim zu erleben. Aber ob Ubisoft mit der Aussage man wolle zurück an die Anfänge der Serie so wirklich richtig liegt oder ob das komplett in die Hose geht erfahrt ihr in unserem Test…

Basin Ibn´Ishaq ist ein einfacher Straßendieb. Seit seiner frühesten Kindheit sind er und seine Freundin Nihal in den Straßen von Al Anbar unterwegs und klauen Alles was nicht niet und Nagelfest ist. Ihre Familie sind dabei die Diebe und Halunken. Doch als er einmal mitbekommt das eine geheimnissvolle Fremde beim Oberhaupt seiner Diebesfamilie auftaucht wird Basim sogleich in den Bann des Geheimnisses gezogen. Eigentlich ist es kein wirkliches Geheimnis denn die “Verborgenen” sind garnicht mal so unbekannt aber die wenigsten glauben wirklich an ihre Existenz. Als Basim jedoch seine spätere Meisterin Roshan erstmals erblickt steht für ihn fest wo sein Weg lang gehen wird. Er macht sich auf den Verborgenen einen großen Gefallen zu tun, doch bei seinem neuerlichen Raubzug geht etwas schief, dramatisch schief. Nachdem Basim fliehen muss gibt es für ihn nur noch einen Ausweg und den erkennen auch die Verborgenen die ihn aufnehmen und zu einem von ihnen machen. Hier beginnt die Reise von Basim Ibn Ishaq, die später bei den Wikingern in England weitergehen sollte, doch heute konzentrieren wir uns auf die Anfänge eines großen Asassinen.

Getestet haben wir für euch auf Playstation 5 und X-Box Series X.

Darum gehts in Asassins Creed Mirage

!!! Vorsicht !!! Leichte Spoiler vom Anfang der Story erwarten euch !!!

Nachdem Basim Al Anbar verlassen musste verschlägt es ihn in die Zuflucht der Verborgenen wo er zu einem von ihnen ausgebildet wird. Die Ausbildung endet mit der Einführung in die Bruderschaft, die ihr im Trailer (oben) bereits sehen konntet. Er muss traditionell seinen Ringfinger lassen und wird damit zu einem Verborgenen. Nachdem Basim den Schwur abgelegt hat beginnt die Jagd auf den “Orden”. Ein früher Ausläufer der Tempelritter gegen die wir in der Serie schon immer vorgegangen sind. Basim hatte eine Vision von den Isu, einer alten Zivilisation die Kennern der Serie gut bekannt sein sollte (mehr dazu könnt ihr Fandom Wiki nachlesen), die vor der Menschheit existierte. Diese wurde ausgelöst durch das Artefakt das er für die Verborgenen aus dem Sommerpalast in Al Anbar stehlen wollte. Der orden ist scheinbar auf der suche nach mehr solcher Artefkate und Serienfans wissen worum es sich hier handelt und was diese Artefkate auslösen können, denken wir nur an die Edenäpfel um den schon Altair Ibn la Ahad und Ezio Auditore gekämpft haben.

!!! Spoiler Ende !!!

Im Kampf den ihr gegen den Orden führt schleicht ihr euch in Paläste und Anwesen hinein, stehlt wichtige Dokumente oder meuchelt die Verantwortlichen. Wie ihr das macht bleibt zum größten Teil euch überlassen. Das ist auch einer der größten Pluspunkte des neuesten Teils. Ihr bedient euch hierbei einer Hand voll Hilfsmittel und eurer Waffen, vor allem ab er eurem Köpfchen, denn es gibt auch eine Menge Nebenquests bei denen ihr due Aufgabe habt Niemanden zu töten, was ehrlich gesagt verdammt schwer ist.

Begeleitet werdet ihr dabei von eurem Falken und einem Reittier, mehr Hilfe bekommt ihr nicht. Hin und wieder stehen euch aber auch Charaktere wie Ali, der Freiheitskämpfer zur Seite. Ihr könnt auch, wie üblich, Söldner anheuern die die Wachen ablenken, was euch alelrdings oftmals nur bedingt etwas bringt, wenn ihr zum Beispiel in ein Gefängnis einbrechen müsst, in dem es wenig ausweichmöglichkeiten und viel mehr Wachen gibt.

Soweit gehts zurück zum Anfang

Ubisoft hat großmäulig verkündet das man zurück zu den Anfängen der Serie möchte. Mit einer Geschichte aus dem neunten Jahrhundert springt man allerdings deutlich zurück, noch vor die Story aus Asassins Creed 1 in Syrien. Hier haben wir die Geschichte von Altair gespielt der auf der Burg Masyaf seine Bruderschaft beschützte. Beeindruckend ist immer wieder wie viel geschichtliches Wissen uns zuteil wird, denn Burg Masyaf in Syrien gibt es wirklich und sie war auch lange Zeit der Sitz der Asassinen. So verwundert es uns nicht das auch die Geschichten aus Bagdag uns teilweise sehr bekannt vorkommen. Nicht zuletzt durch die exklusive Vorbestellermission Alibaba und die 40 Räuber.

Wirklich zurück zu den Anfängen der Serie führt uns das Gameplay, das nun wieder deutlich stärker ausgerichtet auf das schleichen ist. Kämpfe erfolgen meist eher etwas schwieriger, müssen wir doch unsere Ausdauer im Blick behalten. Dafür stehen uns ausreichend Hilfsmittel im Kampf zur verfügung die uns das Spiel erleichtern können. Die liebevoll gestalteten Straßen und Anwesen in Asassins Creed Mirage zeigen doch das, trotz einer sher kompakten Spielkarte, viel Arbeit im Design steckt.

Das Spiel wirkt realitätsnah und auch die Umgebung ist wunderschön und lässt nur selten Grund zum Zweifeln zu. Immersion und Stimmung sind perfekt, nicht zuletzt aufgrund des sehr gut funktionierenden Performance Modus der uns wirklich begeistern konnte. Hier braucht es keinen Raytracing Modus mit 30 FPS, wenn der performance Mode, den wir nur wenige Minuten nach Spielbeginn eingeschaltet haben und den wir nichtmehr verlassen haben bis das Spiel durchgespielt war, schon so gut aussieht.

Höhen und Tiefen von AC Mirage

Die Spielwelt ist recht kompakt gehalten, dennoch extrem detailliert und liebevoll gestaltet. Leider leidet das Spiel allerdings oftmals unter ähnlichen und gleichen Ecken und Gassen, so das man sich nur schwer zurechtfindet ohne Hilfsmittel zu nutzen. Auch die K.I. der Gegner ist leider oftmals eher etwas stumpf, was die meisten Kämpfe sehr einfach werden lässt. In Schleichpassagen lassen sich Gegner allzuleicht überrumpeln und hinters Licht führen. Dafür werden Kämpfe mit mehreren Gegnern schnell zu einem echten Problem, solange man sich nicht mit Rauchbomben helfen kann. Es gibt zwar quasi für Jedes Problem eine Lösung aber die zu finden kann durchaus manchmal zu einem Problem werden.

Was mich allerdings sehr gestört hat beziehungsweise was mir so ein wenig gefehlt hat waren die “Dungeons”. Wenn Ubisoft verkündet man wolle zurück an die Anfänge der Reihe dann erwarte ich nicht nur einen Bezug auf die Geschichte von Altair sondern auch von Ezio. Ich selbst habe zwar oftmals geflucht wenn ich die Tomb Raider ähnlichen Höhlensysteme und Rätsel nicht lösen konnte, aber ich hatte schon gehofft in “Tausend und einer Nacht” wieder solche Rätsel zu finden. Diese bleiben uns allerdings vorenthalten.

Auch die Vorbestellerquest Alibaba und die 40 Räuber war kein Grund hier zu investieren. Hätte ich selbst nicht die Collectors Edition vorbestellt, dann wäre ich nicht enttäuscht gewesen wenn diese Questreihe gefehlt hätte. Immerhin waren es geschätzt “nur” ca. 25 Räuber. Das Loot aus der Quest ist ein Dolch und eine Verkleidungs als König der Diebe. Beides ist nicht sonderlich aufregend und die Tatsache das wir die Hauptzeit nur Alibabas Tochter hinterher laufen und dafür gerade einmal eine einzelne kleine Höhle gebastelt wurde… naja…

Viel verschenktes Potential sehe ich auch bei den Charakteren. Roshan, die Meisterin von Basim eignet sich zum Beispiel für eine eigenes Spiel, da sie offenbar viel verbirgt aber auch andere Charaktere wie Fuladh oder Ali ibn Muhammand haben ext rem viel Potential, von dem wir außer bei Ali nicht viel mitbekommen. Ich habe das Gefühl das ich Fuladh´s Geschichte gerne gehört hätte. Aber auch Abu Jafar, einer der drei Musah Brüder hat extrem viel Potential, vor allem weil ein bestimmtes Grinsen in einer Zwischensequenz der Story darauf schließen lässt das Abu Jafar eine wesentlich größere Rolle zu spielen hat als wir sehen können.

Letztlich ist es aber Basim selbst der mir am Ende der Geschichte übel aufgestoßen hat. Leider wurde ich bei der Rechersche für diesen Artikel hier bereits gespoilert wer Basim eigentlich ist und warum er so wichtig für den Orden und die Bruderschaft ist, was mir persönlich jetzt den Höhepunkt von Asassins Creed Valhalla versaut hat, das ich eigentlich im Anschluss noch spielen wollte. Aber das kann ich wohl jetzt auch verschieben nachdem ich nun weiß warum Basim so ist wie er ist… macht mich etwas sauer… aber da kann weder das Spiel was für noch Google das mir das gerade versaut hat als ich nach der richtigen Schreibweise für Fuladh gesucht habe…

Fazit und Bewertung

…abschließend muss ich sagen das ich jetzt noch stundenlang und vor allem seitenlag über Asassins Creed Mirage hätte reden können, aber irgendwo muss man mal ein Ende finden. Grundlegend haben wir hier ein Asassins Creed Spiel vorliegen das seine Vorgänger nicht leugnen kann. Der Wiedererkennungswert ist natürlich massiv, so wie bei Super Mario kann auch Mirage seine Herkunft nicht verleugnen. Das bedeutet aber nur das wir “wieder” ein gleiches Spiel haben!

Dennoch lohnt sich Asassins Creed Mirage absolut, denn das Stealth Gameplay das in den Vordergrund gestellt wird ist gut gemacht und begeistert auf ganzer Linie. Dazu kommt ein technisch recht gut funktionierendes Spiel in dem wir nur auf einen einzigen Bug gestoßen sind, der optischer Natur war und sich mit einem Neustart beheben ließ. Es erzählt die Vorgeschichte aus Asassins Creed Valhalla, das ich trotz meinem damaligen Test, nie ganz durchspielen konnte. Optisch kann mich Asassins Creed Mirage allerdings besonders begeistern! Seitdem es die Wahl zwischen Performance und Optik Modus gibt haben gefühlt viele Spiele ihren Charme verloren. Zuletzt konnte mich Ghost of Tsushima optisch UND Leistungstechnisch, in einem ähnlichen Spielstil, vom Hocker hauen und das ist ca. 3 Jahre her. Asassins Creed Mirage jedoch hat keine oder sagen wir kaum, Auflösungsverringerung, Optikmängel oder ähnliches wenn man im 60 FPS Performancemodus spielt. Hin und wieder gibt es kleinere Framerateeinbrüche und hier und da auch einen Ruckler, aber das hält sich in so engen Grenzen das es quasi ignoriert werden kann.

Doch Optik und Herkunft alleine reichen nicht aus. Die Geschichte von Basim, vor allem wenn man Valhalla nicht kennt, ist super interessant, wenn sie auch gegen Ende immer vorhersehbarer wird, wenn man die Geschichte der Spielereihe kennt. Dennoch muss man die Geschichte nicht kennen und Asassins Creed Mirage beweist in unserem Test das es auch Neuankämmlige willkommen heißt und mit auf die Reise nimmt.

Mir persönlich haben aber vor allem die Dungeons und Rätsel gefehlt, auch die Tatsache das man die Szenen “Außerhalb des Animus” mittlerweile komplett bleiben lässt, finde ich schade. Die “zweite Geschichte” die von Subjekt 17 erzählt wurde hat mir damals sehr viel Spaß gemacht. Klar war es ein bisschen strange vom 12. Jahrhundert plötzlich in eine fiktive Zukunft geschickt zu werden und dann quasi mit einer Geschichte aus grauer Vorzeit, sprich 1750 Jahre vor der Entstehung der Menschheit zu agieren, aber das zu verbinden, die Storylines zu verknüpfen, Abstergo, die Templer, Asassinen und die Edensplitter… ich fand das super. Leider scheine ich damit aber recht alleine dazustehen und Ubisoft hat sich davon schon länger verabschiedet.

Mir haben zwar einige Dinge in Asassins Creed Mirage gefehlt die ich mir gewünscht hätte, aber wir bekommen ein unheimlich detailliertes und vollgepacktes Spiel geboten. Die einzigen wirklichen Kritikpunkte die ich an dieser Stelle anbringen kann sind das verschenkte Potential vieler Charaktere und Geschichten die ich gerne noch erlebt hätte, die extrem wenigen gesprochenen Textzeilen der Stadtwachen und NPC´s die auftauchen. Hier hat man wirklich gespart denn irgendwie hat jede zweite Wache die “Aufständischen besiegt” und “einen Speer in die Brust bekommen im Jahr 23” das sind die einzigen beiden Textzeilen die wirklich auffällig waren. Hier muss nachgebessert werden, das ist langweilig vor allem weil es auch jedes Mal die gleiche Stimme ist, also würden die Wachen uns verfolgen.

Die Spielzeit mit roundabout 20 Stunden für die reine Story ist auch sehr knapp bemessen, aber ich habe lieber eine gute Geschichte in 20 Stunden erzählt als eine ewig langgezogene Story mit Laufquests und so einem Quark. Es gibt auch wieder ein paar Sammelobjekte die ihr “besorgen” und finden müsst, was durchaus für Nebenaufgaben sorgt um die Platin Trophy oder alle GP reinzuholen, aber letztlich verzichtet Ubisoft auf eine komplett überladene und vollgepackte Map. Das Stadtdesign ist super, die Optik ist genial, die K.I. ist teilweise viel zu dämlich aber ansonsten ist AC Mirage genau das was ich mir erhofft hatte… der Funken der meine Leidenschaft wiedererweckt hat und wäre jetzt nicht gerade das neue Sword Art Online erschienen hätte ich sofort damit begonnen die fehlenden Asassins Creed Titel nachzuholen! Ich will auf jeden Fall mehr solcher Spiele und vielleicht geht ja auch mein Wunsch in Erfüllung wieder Rätsel zu lösen und Abstergo zu bekämpfen.

Asassins Creed Mirage bekommt von mir an dieser Stelle:

9 von 10 Punkte