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Lies of P (PS5) im Test

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Es ist nun schon gut einen Monat her das wir Lies of P zum testen bekommen haben. Leider gab es intern einige Schwierigkeiten beim Test, die unter anderem daher rührten das ICH mal wieder zu schlecht für dieses Spiel bin. Aus dem Grund musste ich mich auf meine Kollegen Egor und Nico verlassen, die mir ausführlich bericht erstattet haben. Dennoch mussten wir einige Diskussionen führen und die ganzen anderen guten Titel haben uns natü+rlich zurückgeworfen. Da ich kein Soulslike Spieler bin und auch eine sehr geringe, ich meine wirklich sehr geringe, Frustschwelle habe hat der Test recht lange gedauert. Dafür entschuldige ich mich bei euch natürlich. Getestet habe ich Lies of P auf der PS5 und die “zusätzlichen Erfahrungen” stammen von der PS5 und der PC Version.

Entwickler Neowiz Games und Room 8 Studios lieferen uns mit Lies of P ein, an die legendären Geschichte von Pinocchio angelehntes, Soulslike Game mit einem Besonderen Charakter. Wir spielen an dieser Stelle nämlich eine beseelte Puppe, so wie einst Pinocchio, allerdings mit etwas mehr “Charakter” als die Liebenswerte Holzpuppe. Unser “P”, der aus lizenztechnischen Gründen nicht Pinocchio heißen darf, ist ein Roboter, wie viele andere in dieser Spielwelt. Jedoch sind die meisten Roboter in dieser Welt komplett durchgedreht und alles wurde abgeriegelt, nachdem die menschenähnlichen Puppen komplett abgedreht sind und angefangen haben alles niederzumetzeln was ihnen zwischen die Finger gekommen ist.

Das ist Lies of P

Wie es sich für ein gutes Soulslike gehört liegen Kämpfe in Third Person in Lies of P natürlich im Fokus der Spieleentwickler. Hier bekommen wir eine wunderschöne Steampunktwelt zu sehen in der wir eine mechanische Puppe mit eigener Seele spielen. Die Tatsache das wir eine Puppe spielen ermöglichte den Entwicklern allerdings eine Menge schafferischer Freiheit. Dank unserer Seele sind wir in der Lage zu lügen, als einzige “Puppe” in dieser Welt haben wir diese einzigartige Fähigkeit und die bringt uns durch die Story. Wir müssen nicht Lügen, es gibt auch immer Wege die Wahrheit zu sagen, jedoch können die unter Umständen den Ein oder Anderen Weg versperren oder schwerer für euch machen.

Die Entscheidung liegt ganz bei euch. Das ist allerdings nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal des Spieles, denn vor allem die Waffen, die ihr frei kombinieren könnt sind eines der Highlights von Lies of P. Entwickler Neowiz zeigte bereits vor einiger Zeit alle Wafen im Detail und vor allem alle Kombinationsmöglichkeiten für Waffen in Lies of P (Hier im Artikel mit Video). Waffen und Entscheidungen bringen euch gefühlt eine unendliche Fülle an Möglichkeiten, aber auch euer Arm ist ein Gadget das ihr aufrüsten könnt. So könnt ihr euch verschiedenste Vorteile, Waffen und Werkzeuge zusammenstellen und das Spiel so eurem Spielstil anpassen.

Auch das skillbare P Organ ist durchaus interessant, es handelt sich hier um das Herz unseres Charakters und kann mit neuen Fähigkeiten, im Austuasch für seltene Materialien aufgewertet werden. Somit erhaltet ihr neben individuellen Waffen und Armen auch noch Skills mit denen ihr weiter in die Tiefe gehen könnt.

Was im Spiel stört

Kurz gesagt gibt es so einige kleine Dinge die im Spiel etwas störend sind. Da gäbe es zum Einen das balancing der schweren Waffen. hier mehrkt man zwar von Anbeginn das diese etwas schwerer sind und mehr schaden machen, die Nachteile überwiegen hier allerdings sehr stark und somit sind schwere Waffen eher schlecht spielbar. Das ist natürlich angesichts des hohen Schwierigkeitsgrades weniger schön. Auch die Tatsache das wir uns in vielen Bereichen des Spieles durch wahrlich nutzlose Gegnerhorden wühlen, die eigentlich kaum etwas auf dem Kasten haben und selbst für mich fast kein Problem darstellen wenn ich sie nicht alle auf einmal pulle, klingt ein wenig grenzwertig. Leider machen die plötzlich hinter Ecken stehenden bossähnlichen Polizeipuppen uns dann mit einem Schlag aus dem Hinterhalt platt und halten so die Balance zwische nutzfreien Gegnerhorden die nur ein paar Punkte bringen und dem plötzlichen Spielertot der irgendwo aus einer Ecke gesprungen kommt und uns onehittet…

Hier hätten wir uns ein bisschen mehr balancing gewünscht. Auch sind an einigen Stellen die Designs der Spielwelt nicht so ganz zuende gebracht. Wir finden grauen Nebel statt platzierten Hintergründen und irgendwo hört die Spielwelt dann auch einfach auf. Das ist zwar generell kein Problem aber in heutigen Zeiten sollten die Entwickler doch darauf achten das dieses “Desginsparen” im Hintergrund nicht wirklich auffällt.

Das war wieder genial

Die wunderschön gemachte Spielwelt von Lies of P lädt absolut zum erkunden ein. Die Steampunk Stadt Krat hat viele versteckte Ecken und Winkel die wir gesehen haben wollen. Dazu gibt es immer wieder düstere Stimmungen und seltsame Charaktere. Während wir uns gegen eine schlimme Versteinerungskrankheit wehren wollen, deren Medizin nun auch nicht wirklich besser ist, müssen wir auch noch mit der Roboapokalypse, einem verwirrten Vater und Menschen die Jagd auf alle Roboter machen leben. Das gibt viel Stoff für zündende Nebenmissionen und seltsame Begegnungen. Lies of P hält vieles davon für uns bereit.

Während das Spiel schnell, sehr schnell, sehr hart wird konnte es mich am Anfang noch begeistern. Ja ich selbst, der ich kein Soulslike Spieler bin konnte den ersten Boss legen und hatte auch danach noch hin und wieder ein bisschen Motviation mehr zu probieren. Da war allerdings bei mir schnell Schluss, vor allem da meine Frustrationsgrenze zu klein ist. Einen “Super Easy Mode” gibt es ja leider bei solchen Spielen nicht was mich irgendwie traurig macht, mir bleiben so sehr viele Spiele verwehrt. Dennoch traue ich mir zu Lies of P irgendwann komplett gespielt zu haben. Alleine weil ihr mit Klingen, Griffen und Skills, Armen und mehr herumexperimentieren könnt.

Sicherlich ist die Story von Lies of P nicht sonderlich hochwertig und auch mehr Machwerk um das Spiel am laufen zu halten, aber das ist bei den meisten Soulslike ja so. Grundsätzlich gilt: Du bist tot und jetzt sieh zu wie du Erlösung findest, reicht vollkommen aus. Aber Lies of P sieht nicht nur gut aus sondern funktioniert im Gesamtprinzip. Die Entscheidungen zwischen Lügen und den Konsequenzen sind durchaus interessant und ermöglichen uns mehrere Spielgänge mit unterschiedlichen Erlebnissen.

Fazit und Bewertung

Auch wenn ich in der Praxis zugeben muss das ich zu schelcht für Lies of P und zu jähzornig und zu schnell frustriert für Soulslikes im allgemeinen bin, konnte ich mit der düsteren Steampunkt Optik von Lies of P durchaus etwas anfangen. Die Geschichte hätte mich interessiert und ich habe mir das Spiel für irgendwann mal aufgehoben. Vermutlich irgendwann wenn ich lange verstorben sein werde, denn wenn wir ehrlich sind wird das wohl nie mehr passieren, es sei denn ich lasse mich irgendwann mal scheiden und finde eine Gamerin die das Spiel mit mir zusammen durchzockt, also sie zockt und ich leiste Unterstützung mit Massagen, Snacks und guten Zusprüchen.

Über mein persönliches Unvermögen hinaus ist Lies of P aber ein echt gutes Spiel geworden. Optisch ein Leckerbissen und spielerisch wirklich brauchbar. Selbst ich habe den ersten Boss legen können, der, so haben mir meine Kollegen mehrfach bestätigt, aber auch kaum besser als ein Tutorialboss war *haltet doch alle die Schnauze, ich hab den Boss gelegt und freu mich drüber*. Die Spielwelt rund um die fiktive Stadt von Krat ist toll gemacht auch wenn sie an manchen Stellen einfach zu abrupt endet. Auch das Balancing im allgemeinen und die verteilung der Gegner könnten optimiert werden, ansonsten ist hier aber nur wenig zu meckern.

An dieser Stelle sei mal erwähnt das Neowiz nicht From Software ist sondern ein koreanischer Entwickler der eigentlich bisher fast ausschließlich Onlinespiele gemacht hat. Das erste Soulslike aus dem Hause der koreanischen Spieleschmiede kommt jedoch verdammt gut ran an die Fromsoftware Titel und kann mit einigen interessanten Mechaniken absolut begeistern. Hier muss sich From Software warm anziehen denn der Winter wird verdammt kalt! Lies of P hat potentzial ganz oben mitzuspielen und kann durchaus als Kandidat für das Soulslike des Jahres herhalten. Aus diesem Grund ist auch unsere Wertung entsprechend hervorragend:

9 von 10 Punkte