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Review: Action Game Maker (PC) im Test

Die Jungs und Mädels bei Gotcha Gotcha Games haben es mal wieder getan! Eine neue Game Maker Version ist am Markt erschienen und wir haben uns nun einige Stunden damit beschäftigen können. Ob der Action Game Maker wirklich hält was er verspricht und vor allem ob ihr ihn euch kaufen solltet klären wir in diesem Review! Beginnen wir wie immer mit dem Action Game Maker Trailer damit ihr einen groben Überblick bekommt was wir hier erwarten dürfen:

Das ist Action Game Maker

Der Action Game Maker von Gotcha Gotcha Games, einem japanischen Hersteller aus Tokio, ist ein Tool um eigene 2D Action spiele zu erstellen. Das Team von GGG versucht hier möglichst einfache Möglichkeiten zu bieten sein eigenes Spiel aus dem Nichts zu erstellen. Dazu braucht man, laut Hersteller, keinerlei Programmierkenntnisse.

Der bekannte Hersteller von Plattformen wie dem Pixel Game Maker, dem RPG Maker und dem Visual Novel Maker geht damit einen neuen Weg und versucht das 2D Action Genre auf ein neues Niveau zu heben. Vor allem die Technik zu aktualisieren und auf neue Programme, Systeme und Prozesse anzupassen. Dazu ist zum Beispiel ein Export von Action Game Maker Spielen auf folgende Plattformen möglich: PC, Windows, Linux, MacOs, Web, Android und Ios. Damit sind zwar nicht alle wünschenswerten Plattformen abgedeckt aber das sollte bereits ein breites Spektrum an Anwendungen ermöglichen. Ein Export des fertigen Spieles in Richtung Sony Playstation und Nintendo Switch ist zwar auch möglich aber mit Drittanbieterdiensten verbunden. Eine direkte Möglichkeit zum Export von Action Game Maker bzw. der zugrundeliegenden Godot Engine auf Konsolen ist derzeit nicht möglich.

Wieviel programmiererfahrung braucht man für Action Game Maker wirklich?

Grundsätzlich ist eine Game-Engine oder eine Spieleeditor so gestaltet das man ein gewisses Maß an programmiererfahrung mitbringen muss. Der Hersteller Gotcha Gotcha Games beschränkt sich allerdings auf die Praxis und auf das designen und nimmt dem Nutzer fast Alles ab. So war es zumindest in der RPG Maker Serie, wenn wir RPG Maker Unite mal beiseite lassen. Da wissen die Kollegen schon warum sie uns kein Review haben zukommen lassen 😉 Für den Entwickler eine weise Entscheidung!

Da auch der Action Game Maker nun wieder auf einer anderen Engine beruht, in diesem Fall Godot, mit der ich mich selbst auch schon beschäftigt hatte kommt mir hier so Einiges gleich bekannt vor. Trotzdem hält sich in den ersten Stunden der Aufwand und das notwendige programmierwissen stark in Grenzen. Meist komme ich mit Logik gut weiter.

Als Beispiel verweise ich hier nochmal auf den RPG Maker den wir auch hier getestet haben. Ein dynamsiches Zeitsystem das Tag und Nacht simuliert gibt es darin nicht. Jedoch kann man es selbst gestalten, indem man Logik verwendet. So erstellt man sich Variablen für Sekunden, Minuten und Stunden und zählt je Frame eines Spieles die Sekunden +1. Ab 60 Sekunden dann die Minuten plus 1 und resettet die Sekunden auf 0. Somit kann man sich auf reiner Logik basierend ein Echtzeitsystem erschaffen. Das verbindet man dann mit der Umgebungsfarbe und kann so einen natürlich wirkenden Tag/Nacht-Verlauf erstellen, der mittels Variable abgefragt wird. Wir können diesen also zum Beispiel innerhalb von Gebäuden und Dungeons einfach nicht abfragen und damit je Map einzeln schalten. Klingt jetzt erstmal schwierig aber in der Praxis ist das recht einfach und schnell umgesetzt wenn man die Logik dahinter versteht.

Diese Einfachheit ist auch beim Action Game Maker gegeben allerdings etwas „Anders“. Mit Anders meine ich das gesamte UI. Während die RPG Maker Serie auf ein komplett eigenes UI setzt ist der Action Game Maker quasi ein verhältnismäßig teures Plugin für Godot. Godot ist eine leicht zu erlernende und kostenfreie Game Engine. Das gleiche hatte GGG auch bereits mit Unity versucht allerdings ist der Versuch wohl eher gescheitert. Der RPG Maker Unite hatte fatale kritiken. Im Action Game Maker jedoch sehen wir noch sehr viel Godot und wenig eigene, einfache Game Engine.

Für mich als Godot Nutzer (Neuling und nichtsversteher in dieser Sache) sieht das Ganze zwar bekannt aus und auch aus Unity und Unreal kenne ich das UI halbwegs, dennoch kann man als Neueinsteiger in die programmierung hier sehr schnell überfordert werden! Ein deutlich einfacheres UI hätte dem Action game Maker hier gut getan. Letztlich sind die User aber auch stark in einer Art Selbstverantwortung gefangen, denn es gibt noch einiges an Problemchen.

Action Game Maker – warum nicht?

Grundlegend komme ich persönlich mit dem Aufbau klar. Nodes für Objekte, der import von Assets sowie die grafische Ablaufkarte, Szenenerstellung und solche Sachen, Alles nichts neues für mich. Dennoch ist die Nutzung deutlich einfacher als Alles selbst programmieren zu müssen.

Die grafische Leveldesignfunktion ist gut gelöst und sollte auch Neulingen so einiges ermöglichen. Komplizierter wird es erst wenn wir bestimmte Abläufe für z.B. Plattformen erstellen wollen. Hier arbeiten wir weniger mit optischer Darstellung, mehr mit Zahlen und Variablen. Das macht das gesamte System komplizierter und schwieriger. Ein grafischer Ansatz um z.B. Bewegungen aufzuzeichnen wäre hier schöner gewesen.

Grundlegend gibt es ein einleitendes Tutorial. Dafür werdet ihr auf die Website des Herstellers gebeten. Assets und ein Beispielprojekt gibt es auch dazu. Das funktioniert anfangs auch Alles echt gut und ist leicht beschrieben. Schnell kommen wir aber an einen Punkt an dem wir nichtmehr weiterkommen. Die Dokumentation und die Tutorials sind derzeit noch sehr sehr dürftig und kratzen gerade an der Oberfläche des Systems. Das macht das Tool etwas unzugänglich und auch in Foren und auf Steam gibt es kritik und negative Worte zuhauf.

Action Game Maker im Praxistest

Das erste Tutorial ist schnell durch und die Grundlagen somit auch gelernt. Wer schonmal eine Game Engine benutzt hat findet sich auch schnell zurecht. Wer allerdings noch keinerlei Programmiererfahrung in einer der großen Engines mitbringt kann hier schnell auf Probleme stoßen. Die Üebrsicht zu behalten ist nicht ganz so einfach und es gibt so viele Optionen für einzelne Objekte das man sehr schnell aufgeben möchte.

Auch eine klarere Menüstruktur fehlt. Hinzu kommen die Tatsache das die Übersetzung mal vorhanden ist, mal nicht. Hier muss dringend nachgebessert werden. Auch der Punkt an dem das Tutorial endet ist kritisch, denn wir wollen mehr, mehr erfahren, mehr Praxisbeispiele und mehr Praxiswissen.

Es fehlen ganz klare Optionen z.B. für eine erhöhung der Auflösung um Spiele mit besserer Grafik zu erstellen. Möglich ist das natürlich aber eine Erklärung dafür? Eine einfache Option? Hochskalierung? Pustekuchen!

Grund genug für eine Abwertung? Ich denke das gesamte System wird sich mit der Zeit entwickeln, Tutorials werden von Usern erstellt werden, aber zum aktuellen Zeitpunkt bin ich sehr unzufrieden mit der Dokumentation und der Tatsache das ich schnell alleine gelassen werde was Fehler und Funktionen angeht.

Bewertung und Meinung zum Action Game Maker

Grundlegend feiere ich den Action Game Maker, allerdings mit einigen Dicken negativpunkten, die derzeit den preis von knapp 100€ nicht rechtfertigen können. Wir bekommen ein Produkt eines bekannten Herstellers mit gut durchdachter Funktionalität an die Hand. Dennoch sind vor allem die Dokumentation und die Optionen mangelhaft.

Es fehlt an vielen Stellen an Details und Möglichkeiten. Dennoch haben wir eine gute Basis die, wenn sie mit der Zeit verbessert werden sollte, in vermutlich einem halben bis einem Jahr durchaus zu etwas großem heranwachsen könnte.

Grundlegend ist die Nutzung der Godot Engine als Basis hier ein guter Einstieg und bietet auch die Möglichkeit die Projekte selbst noch zu erweitern und zu modifizieren wenn man über die generellen Grundlagen hinaus gehen möchte. Wer dem Hersteller vertrauen möchte kann bedenkenls zuschlagen. Wenn wir alleine an die RPG Maker Community denken so ist diese mittlerweile so gewaltig geworden das man kaum noch einen Überblick hat was Alles möglich ist und welche Skripte, Plug-Ins, Erweiterungen und Assetpacks es gibt dann sieht die Zukunft für den Action Game Maker garnicht schlecht aus! Vorausgesetzt die Community entwickelt sich auch nur halbwegs in diese Richtung.

PROContra
– einfacher Einstieg– wirkt Überladen
– schnelle Ergebnisse– unübersichtliches Design
-offene Entwicklungsumgebung– Mangelhafte Dokumentation
-export als ausführbare Dateien– zu wenig Tutorials / Lernelemente
– viele Funktionen– grundlegende Elemente und Einstellungen fehlen
– keine klaren Grenzen, fehlende Möglichkeiten

Fazit

Grundlegend sehe ich den Action Game Maker als tolles Produkt und liebe ihn jetzt schon. Der Einstieg kann ohne Godot Kenntnisse allerdings schwer sein, da vor allem das UI extrem überladen wirkt. Die guten alten „Vereinfachungen“ aus RPG Maker Zeiten sind leider nicht zu finden. Charaktereditoren und ähnliches fehlen gänzlich. Die bekannten Quality of Life Features aus der RPG Maker Serie fehlen in Gänze. So woe das Projekt bisher aussieht wirkt es eher wie ein einschränkes Godot Plugin. Es tut mir wirklich Leid an dieser Stelle eine so harte Kritik üben zu müssen. Im RPG Maker konnte ich noch ein neues Projekt starten und mir alles selbst erarbeiten, beim Action Game Maker ist das Quasi unmöglich ohne Dokumentation. Hier ist aber genau der Knackpunkt, denn die ist nur „spärlich“ und kaum hilfreich. JA Standard Projekte sind kein Problem aber sobald man erweiterte Funktionen nutzen möchte, andere Grafiken oder eigene Assets wird das Ganze schnell zu einem Problem das man sich erstmal erarbeiten muss.

Das ist leider Schade und kaum Einsteigerfreundlich. Ich bin gezwungen an dieser Stelle meine persönlichen Godot Kenntnisse mal komplett hinten an zu stellen und die Wertung aus Sicht eines absoluten Programmiernoobs abzugeben. Das Programm wirbt mit „keine programmiererfahrung“ notwendig. Trotzdem ist das erste was man machen muss Tutorials, programmierlogik lernen, programmierbegriffe wie Child, Node, Szene, den Inspektor und vieles mehr erlernen. An dieser Stelle kann ich also leider nur eine sehr eingeschränkte Wertung geben die ich aber gerne in einigen Monaten noch einmal überarbeite! Also bleibt am besten dran und fragt nach wenn ihr den aktuellen Stand wissen wollt!

Den aktuellen preis findet ihr auf der Steam Seite des Action Game Maker

WERTUNG:

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