
Am gestrigen Tag hat der chinesische 3D Drucker Hersteller BambuLab den Nachfolger des A1 vorgestellt. Der neue Bambu Lab A2L, doch was kann der Drucker und für wen lohnt sich die Überlegung? Das möchte ich heute einmal näher beleuchten!

Das kann der BambuLab A2L
Als direkter Nachfolger des beliebten Budgetdruckers Bambu Lab A1 ist der A2L der große Bruder. Er ergänzt Bambus Bettschubser Lineup um einen größeren Drucker der jetzt den gleichen Bauraum wie der H2s oder H2c bietet. Mit 33x32x32,5cm bietet er ordentlich Platz, auch für größere Drucke.
Der Altbewährte Druckkopf ist jetzt um eine Halterung für das Plotting/Cuttingmodul ergänzt worden. Damit ist die Ausrichtung ganz offensichtlich geworden. Wie auch die H2 Serie ist der A2L ein Allrounder für verschiedene Anwendungsgebiete. Die Ausrichtung geht klar in Richtung Bastler und Cosplayszene.
Große Drucke, Aufkleber drucken und Leder schneiden, das schreit geradezu nach hochwertigen Cosplayteilen. Aber auch für andere Bereiche sind diese Funktionen durchaus interessant. Maker wie Daniel Bettencourt, besser bekannt als Kaizen3D (Hier gehts zur offiziellen Website) haben bereits gezeigt das 3D Drucker mit ein wenig Vorstellungsvermögen wesentlich mehr können als bunte Plastikschlangen.
Ob selbstgemachter Geldbeutel, Handtasche oder Kleidungsstücke. Der A2L ist für Alles gerüstet was im Hobby und Bastelbereich so anfällt und das nichts mit einem Laser zu tun hat.

Als Hauptfeatures bietet der A2L aber nicht nur den stark vergrößerten Bauraum sondern vor allem die volle Kompatibilität zu AMS2 Pro, AMS-HT auch in Kombination mit dem AMS Lite. Somit sind bis zu 19 Farben in einem Druck möglich. Für eine aktive Vibrationskontrolle bzw. Kompenstation sorgt der bekannte Algorithmus der in allen Geräten der Marke bereits gute Dienste leistet. Da ein großes Gate, auf einem großen Drucker mit einem potentiell schwer befüllten Druckbett allerdings auch viel Bewegungsenergie erzeugt ist die Druckplatte nun auf 2 Linearschienen gelagert und im oberen Rahmen sind zusätzliche „Granulatdämpfer“ verbaut die weiterhin Virbartionen Abfangen bzw. kompensieren sollen.

Ebenfalls im Featureumfang, wie bereits erwähnt ist die kompatibilität mit dem Cuttingmodul das wir auch als Plotter benutzen können. Die notwendigen Adapter sind bereits inbegriffen wenn ihr das optionale Cutting Kit kauft. Dieses wird nicht automatisch mitgeliefert.
Im großen und Ganzen ist der A2L optisch und Featuretechnisch ein größerer A1.
Die große Kritik
Der BambuLab A2L kommt mit 379€ ohne AMS und 489€ mit AMS Lite in den Handel. Eine Komboversion mit 1 oder mehr AMS2Pro wird nicht angeboten. Diese muss man also für den vollen Preis von 289€/Stück dazu kaufen. Eine kompatibilität mit mehreren AMS Lite ist nicht vorgesehen. Preislich macht es natürlich keinerlei Sinn die Standalone Version zu kaufen, es sei denn man weiß bereits vorab das man die Mehrfarboption nie benötigen wird, da das AMS Lite später deutlich mehr Geld einzeln kosten würde. Das ist aber eine bekannte Strategie.
Technisch tut sich ansonsten leider nicht viel im Gegensatz zum A1. Klar BambuLab verbaut jetzt bessere Servo Motoren, closed Loop ist hier das Stichwort. Dadurch werden die Bewegungen noch genauer und die Servos regulieren Fehler selbst. Ein paar Sensoren mehr, wie z.B. die Möglichkeit verklemmtes durchscheuerndes Filament zu erkennen sind ebenfalls mit dabei aber im großen und Ganzen ist der A2L ein A1 in größer und mit optionalen Extras. Das enttäuscht mich ein wenig.
Selbst bei der Kamera macht BambuLab keinerlei Zugeständnisse. Die klassische Kamera, Low Rate 1080p bleibt, genau wie die maximale Düsentemperatur auf 300 Grad begrenzt wird und das Heizbett sogar auf 80 Grad begrenzt ist. Gerade bei der Kamera und dem Display hätte ich mir deutlich mehr gewünscht. Das winzige Display der A Serie mit 240×320 Bildpunkten ist unverändert geblieben. Eine zusätzliche Kamera für das Cuttingmodul bleibt ebenfalls aus. Hier müssen wir die positionierung per Handykamera und App erledigen.

… das führt mich zu einem der größten Probleme des Druckers. Der Hersteller wirbt offen mit Privatsphäre und Sicherheit. Wer das möchte kann den Drucker im eigenen Netzwerk per „Nur Lan“ Modus frei bedienen. Genauso wird beworben das der Drucker mit Drittanbietersoftware funktionieren würde. Das funktioniert aber leider nicht wenn man das Cutting Modul nutzen will.
Zwar sehe ich persönlich in der aktuellen Diskussion keinerlei echten Mehrwert oder Nachteil für mich persönlich und/oder BambuLab oder die chinesische Regierung die vollen Zugriff auf alle Daten hat die im Land gesammelt werden, also auch meine Cloud Daten, aber dennoch sehe ich diese Werbung als sehr kritisch. Wer mit Privatsphäre wirbt darf nicht im Anschluss sagen „…. aber dann kannst du Dies und Jenes nicht machen“. Das klingt für mich ein wenig falsch und heizt lediglich die BambuLab Kritiker weiter an.

Kaufempfehlung oder nicht für den A2L?
Man kann über die Geschäftspraktiken von BambuLab sagen was man möchte, aber die Geräte haben bisher immer alle einwandfrei bei mir performt. Jedes neue Gerät on es nun der P2S war oder X2D haben abgeliefert wie bestellt! In diesem Sinne wird auch der BambuLab A2L wieder abliefern.
Wer mit dem Bauraum von 33x32x32,5cm klar kommt oder ihn gar braucht, kann hier bedenkenlos zuschlagen würde ich sagen. Wer allerdings bereits einen BambuLab Drucker hat, vielleicht sogar einen großen H2S/H2D oder H2C der wird die günstige Version vermutlich eher nicht unbedingt wollen, da sie kaum einen Mehrwert bietet.
Preislich liegt der Drucker mit 379€ doch noch 10€ über dem A1 in der Combo (Der A1 ohne AMS lite kommt bereits für 259€). Kaufen wir den A2L nun mit AMS Lite zahlen wir 489€, kommt nun noch das Cutting Modul dazu müssen wir 70€ oben drauf rechnen, kommen wir also auf 559€. Das ist kein Schnapper mehr. Für 529€ könnten wir bereits auf einen P2S schwenken, natürlich ohne AMS, aber mit geschlossenem Bauraum und Heizung, was weitaus mehr Anwendungen ermöglicht. Der Preis ist also gut gewählt und reiht sich mittig im ganzen Portfolio ein, ist in meinen Augen aber nicht sonderlich attraktiv.
Nutzt man den A2L nun genau so wie er vermutlich gedacht ist, für große Drucke die später nachbearbeitet werden kommt man hier günstig an ein sehr gutes Gerät das alle Vorteile der A Serie bietet, aber auch ihre Nachteile. Wenn der Bauraum hier wirklich entscheidend ist frage ich mich ob man nicht lieber über einen Anycubic Kobra 3 max nachdenken sollte. Dieser würde für ca.520€ einen Bauraum von 42x42x50cm bieten, also nochmal deutlich größer und das bei fast identischen Werten.
Den A2L konnten wir leider nicht in der Praxis testen, können also damit auch keine echten Praxiserfahrungen mit euch teilen, dennoch solltet ihr euch gut überlegen ob es wirklich dieser Drucker werden soll. Was die Qualität angeht habe ich persönlich an dieser Stelle vollstes Vertrauen in BambuLab. Was Preisgestaltung und Datenschutz angeht habe ich allerdings so meine Zweifel.
Was denkt ihr darüber? Hinterlasst es und in den Kommentaren!
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