
PlayStation verliert eines seiner technisch versiertesten Teams: Sony Interactive Entertainment hat die Schließung von Bluepoint Games bekannt gegeben. Rund 70 Mitarbeiter sind von der Entscheidung betroffen, die im Rahmen einer strategischen Geschäftsüberprüfung getroffen wurde. Damit endet die Reise des Studios knapp fünf Jahre nach der offiziellen Übernahme durch Sony im Jahr 2021.
Bluepoint Games hatte sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen Namen als Meister der Wiederbelebung von Klassikern gemacht. Titel wie die Remakes von Demon’s Souls (PS5) und Shadow of the Colossus (PS4) gelten bis heute als technische Referenzpunkte der jeweiligen Konsolengeneration.
Strategischer Kurswechsel und Live-Service-Hürden
Die Hintergründe der Schließung scheinen eng mit der allgemeinen Marktentwicklung und internen Projektverschiebungen verknüpft zu sein:
- Live-Service-Stopp: Bereits im vergangenen Jahr wurde ein bei Bluepoint in Entwicklung befindliches Live-Service-Projekt – Gerüchten zufolge im God of War-Universum angesiedelt – eingestellt. Dies fügt sich in das Bild von Sonys Schwierigkeiten mit diesem Genre ein, die bereits zur Schließung der Firewalk Studios führten.
- Geplatzte Träume von Originalinhalten: Bei der Übernahme 2021 hieß es noch, Bluepoint wolle den nächsten Schritt gehen und eigene, originäre Inhalte entwickeln. Trotz aktiver Personalsuche für ein Third-Person-Actionspiel im letzten Jahr scheint dieser Plan nun endgültig gescheitert zu sein.
Ein „schwieriges Umfeld“ als Begründung
Hermen Hulst, Leiter der PlayStation Studios, begründete den Schritt mit den massiven Herausforderungen der Branche. Steigende Entwicklungskosten, ein verlangsamtes Wachstum und wirtschaftlicher Gegenwind würden die nachhaltige Produktion von Spielen erschweren.
„Die Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen. Bluepoint ist ein unglaublich talentiertes Team“, so Hulst. Sony betonte zudem, man wolle versuchen, einige der betroffenen Mitarbeiter in anderen Studios des globalen Netzwerks unterzubringen.
Ein herber Verlust für die PlayStation-Marke
Die Schließung von Bluepoint Games ist die vierte Studioauflösung bei Sony in jüngerer Zeit, nach Firesprite, Neon Koi und den Firewalk Studios im Jahr 2024. Besonders für Fans von hochwertigen Singleplayer-Erfahrungen und technisch perfekten Neuauflagen ist dies ein herber Schlag. Das Studio war unter anderem verantwortlich für die Portierung und Optimierung zahlreicher Meilensteine wie:
- Metal Gear Solid HD Collection
- God of War Collection
- Uncharted: The Nathan Drake Collection
Mit dem Ende von Bluepoint verliert PlayStation nicht nur ein Studio, sondern eine verlässliche Quelle für grafische Exzellenz, die Klassiker für moderne Zielgruppen zugänglich machte.
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