Singleplayerspiele wirklich vor dem aus?

Artikel Top Slider

In den letzten Tagen geht ein Bericht durch die Medien nach dem die Uncharted Autorin Henning betont hätte wie schwer es sei ein SIngleplayerspiel heutzutage durchzusetzen. Hier nennt man nicht nur die Geldgeber, die natürlich immer mehr monetarisierungsoptionen möchten, sondern auch die Spieler die sich lange Zeit am Stunden/Geld Verhältniss festgehalten haben. Doch in wie weit kann eine solche Aussage stimmen? Wie sieht es im Moment wirklich am Markt aus und wer ist wirklich an der Misere schuld?

Tomb Raider funktioniert als Film super und konnte 2018 auch große Gewinne einspielen. In diesem Sinne ist die Story wohl noch lange nicht ausgelutscht. Dennoch haben es Spiele mit nicht ganz so großem Namen deutlich mehr Schwierigkeiten. Natürlich gibt es auch heute noch interessante Singleplayerspiele. Tomb Raider, Final Fantasy, Uncharted, Cyberpunk 2077, Red Dead Redemption, The Witcher, Star Wars Battlefront all das sind Spiele mit großen Namen dahinter. Doch warum wird es schwerer und schwerer Spiele mit einer guten Story durchzusetzen?

Nun zum einen wollen Geldgeber Geld verdienen. Ein Spiel muss also eine Möglichkeit bieten Geld zu verdienen. Bei einem Singleplayerspiel das 8 Stunden Spielzeit bietet ist das Schwierig. Hat man einen großen Namen wie Cyberpunk 2077, von CD Project Red, ist es eigentlich egal was man ankündigt und wenn es ein Wasserfallsimulator wäre, die Leute wären total aus dem Häuschen. Als unbekannter Entwickler oder mit einer vollkommen neuen IP hingegen kann man kaum noch etwas reißen, denn es wird schwerer und schwerer Geldgeber zu finden, ohne einige gute Monetarisierungsoptionen und einem guten Donwloadcontentfahrplan.

Spiele wie um Beispiel Enslaved – Odyssey to the West oder NIER sind absolut unverdient in der Vergessenheit verschwunden. Gerade Enslaved das eine Mischung aus einem Endzeit Final Fantasy, einem Tomb Raider und einem The Last of Us darstellt war seinerzeit bereits eines der besten Spiele der PS3/XBox 360 Generation, dennoch sind die Verkaufszahlen extrem schlecht im Vergleich zu ähnlichen Spielen mit großen Publishern, wobei Bandai Namco nun kein kleines Licht ist, sondern mit einer der Größten und dennoch hat das Spiel bei weitem nicht die Aufmerksamkeit bekommen die es hätte haben sollen. Selbst eine Neuauflage würde ich persönlich sehr begrüßen, nur bitte kein billiges HD Remake.

Auch Spiele wie Star Ocean, die stark an Final Fantasy erinnern sind schlecht weggekommen obwohl sie eigentlich wirklich gut waren.

Das Problem ist heute das es immer fraglicher wird wie man zusätzliche Inhalte in Spiele unterbringen kann, die im nachhinein vermarktet werden können, ohne dafür ein komplett neues Spiel programmieren zu müssen. Immerhin sollen die Ausgaben gering gehalten werden. Wenn ein Singleplayerspiel einen DLC bekommt und dafür komplette Inhalte neu erstellt werden müssen dann ist das praktisch wie eine neue Entwicklung. Spiele wie Anthem lösen das Problem recht elegant.

In Anthem finden wir aktuell eine große offene Spielwelt in der es viele, viele, verschlossene Türen, eingestürzte Gänge und dergleichen gibt, die mit der Zeit geöffnet werden oder geöffnet werden können. Das kann natürlich zum einen sein um die Story voranzutreiben und Storyexklusive Inhalte zu bieten, zum anderen kann man auf diese Weise natürlich die Spielwelt erweitern. Wir können uns bei Anthem zum Beispiel riesiege unterirdische Maschinenkomplexe und/oder Höhlen vorstellen mit der die Spielwelt erweitert werden kann, selbst wenn dann das fliegen in diesen Bereichen nicht mehr möglich ist. Auch der Transport in neue Gegenden die man mit alten Elementen gestalten kann ist durchaus denkbar. Wir finden bereits jetzt Gebiete die ein wenig an einen Märchenwald erinnern, daraus könnte man durchaus etwas machen.

Grundsätzlich sind klassische Storyspiele aber nur schwer, oder mit großem, vor allem finanziellem Aufwand, zu erweitern, es sei denn die Inhalte existierten schon zur Veröffentlichung. Aber gerade diese Art und Weise stößt bei Spielern sehr negativ auf.

Gerade altbekannte Spieleserien wie God of War, Tomb Raider, Uncharted und Co. leiden stark, sehr stark sogar unter dem Trend der Multiplayerspiele. Gerade kompetitive Spiele wie Battle Royal Games, oder Ego Shooter werden immer mehr unterstützt. Das geht soweit das ein von mir persönlich lang ersehnter Titel: Call of Duty Black Ops 4, gar keine Story mehr hat, sondern ausschließlich Multiplayerinhalte bietet. Das ist ein erscheckendes Bild aber auch ich kann mich nicht davon freisprechen das ich Storyspiele mit 6-8 Stunden Storyline albern finde. Bei 70-75 Euro als aktuellem Trend in der Preispolitik bin ich nicht bereit für einen Nachmittag oder vielleicht 2 Nachmittage so viel Geld auszugeben.

Ich persönlich denke das gerade die Asassins Creed Reihe es mit den klassischen Teilen (Brotherhood, Revelations und co.) geschafft hat dank optisch beeindruckender und taktisch anspruchsvollen Rätseln Spieltiefe und vor allem Spielzeit zu vermitteln. Laufquests sind zwar auch nicht gerade das Non Plus Ultra, könnten aber das ein oder andere Spiel deutlich interessanter machen. Oftmals sind es einfache Dialoge die die Spielzeit verbessern können. Immerhin erzählen viele Spiele eine große, mitreißende Story, die aber leider oftmals viel zu schnell vorbei ist. Das man eine gute Story, auch Abseits der Hauptgeschichte, gut vermarkten kann zeigen Telltale Games. Diese rein Storylastigen Spiele, beweisen das es oftmals möglich ist, selbst bekannte Geschichten so zu verpacken das sie interessant, neu und reizvoll wirken. Mit The Wolf Among Us schaffte man bei Telltale meiner Meinung nach ein Meisterwerk der klassischen Erzählkunst, verpackt in einem modernen, düsteren Gewand.

Vielleicht bin ich mittlerweile zu alt für die aktuelle Gamingszene geworden, aber ich genieße eine gute Geschichte, die eindrucksvoll erzählt wird. Mir ist ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen als Jörmungandr (Die Weltenschlange) aus dem See, in God of War, hervorschoß und mit donnernder Stimme durch meine Anlage das Ganze Zimmer erzitter ließ. Genauso wie mich der Tot diverser Final Fantasy Charaktere hat mich teilweise mitgenommen. Es gibt große Geschichten, tolle Momente, wie das Ende von The Last of Us, die mich begeistert haben, aber alle diese Spiele bieten natürlich nur bedingten Wiederspielwert. Eine Ausnahme ist hier Nier Automata, was wir locker 4 oder 5 mal durchspielen können und immernoch nicht alles gesehen haben!

Der Trend geht klar hin zum Multiplayer, zum Open World Spiel mit vielen DLC´s und Add-Ons. Spiele wie Die Sims beweisen wie man zusätzliche Inhalte über lange Zeit vermarkten kann, aktuell warten wir ja auch wieder auf das neueste DLC bei den Sims. Aber das klassische SIngleplayerspiel wird immer seltener und schwerer zu realisieren. Warum viele Hersteller hier nicht auf Kickstarter und Co. setzen bleibt mir persönlich zwar schleierhaft, aber ich hoffe das es nicht zu einem kompletten AUS für Singeplayergeschichten kommt.

Seitdem TV Serien auch immer schlechter und vor allem horizontaler werden sind Spiele oft die einzige gute Wahl für epische Unterhaltung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.