Cowboy Bebop Netflix Real Screen

totgesagt leben länger – Die Cowboys sind zurück

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Wir schreiben das Jahr 2073, die Ressourcen auf der Erde sind erschöpft und daraufhin steigt die Kriminalitätsrate ins unermessliche. Die Behörden werden der Kriminalität schon lange nicht mehr Herr und beschäftigen aus diesem Grund Kopfgeldjäger in rauen Mengen. Die Bebop ist eines der Schiffe, die sich der Kopfgeldjagd verschrieben haben, doch hinter ihrer Crew, bestehend aus Jett Black und Spike Spiegel steckt mehr als man erwarten sollte. Das klassische Anime, das seine deutsche Erstausstrahlung 1998 hatte ist nun auf Netflix als Realverfilmung zu finden. Während der Anime insgesamt 26 Folgen in, leider nur, einer Staffel hatte ist die Realverfilmung bisher mit lediglich 10 Folgen vertreten. Dabei hält sich die Realverfilmung im groben Rahmen an die geschaffene Welt der Sunrise Studios und behält sich vor allem den 78/80er Jahre Charakter bei, der der Serie einen besonderen Charme verleiht und impliziert das die Menschen bereits seit vielen Jahren die Erde verlassen können. Dennoch erzählt die reale Verfilmung eine eigene Geschichte, wobei ich zugeben muss den Anime noch nicht komplett gesehen zu haben, das aber auf jeden Fall nachholen werde.

Im groben und Ganzen ist es beeindruckend wie gut man den klassischen Stil auch heute noch beherrschen kann. Man bemerkt immer wieder Elemente aus uralten Serien und Filmen, den schlechten 80er Detektivcharme, gepaart mit dystopischen Cyberpunk Welten nur um dann direkt wieder in einem Nachtclub zu landen, der so garnicht in diese Zeit passen will. Kameraführung und selbst das Intro sind perfekt auf die Klassiker angepasst. Die Charaktere aus dem Anime werden recht originalgetreu wiedergegeben. Für Kenner des Anime, Spike, alias Fearless, Jett und Auch Faye Valentine sind mit von der Partie. Der größte Unterschied zu den Animefolgen dürfte wohl sein das Faye, bei Netflix, deutlich mehr Kleidung trägt, was aber durchaus in Ordnung ist, man muss ja nicht jedes Detail übernehmen.

Ich persönlich finde es perfekt das man eine neue Geschichte erzählt, sich dabei an den alten Folgen anlehnt und diese adaptiert. So wird nicht zu viel durcheinandergebracht und man bleibt der Serie treu. Dennoch versucht die Realverfilmung nicht zwanghaft etwas nachzuahmen was sie nicht sein kann, sondern erfindet sich quasi neu.

Als Fan der Anime Serie kann man sich die Realverfilmung ebenso gut anschauen, wie umgekehrt als Freund der Realverfilmung den Anime. Klar unterscheiden sich beide stark voneinander, sie geben uns teilweise auch stark veränderte Handlungen vor, dennoch finden wir alles was wir brauchen um eine gute Zeit zu haben. Cowboy Bebop bleibt in der Realverfilmung seinen Wurzeln und seinem Stil absolut treu, erzählt aber erwachsenere und deutlich dunklere Geschichten rund um die Gruppe die verschiedener nicht sein könnte.

Ihr kennt Cowboy Bebop nicht?

Dann fasse ich hier kurz zusammen worum es in der Realverfilmung geht. Spike und Jett sind ein Kopfgeldjäger Duo das bei einem Auftrag auf Faye Valentine trifft, die scheinbar deutlich besser informiert zu sein scheint als die beiden. Als Mittelklasse Kopfgeldjäger bekommen sie so unterstützung von einer echten Profi Kopfgeldjägering die ihnen nicht nur ein mal aus der Patsche hilft. Jedoch bahnt sich schnell schlimmes an, denn Spike ist nicht der, für den er sich ausgibt und seine Vergangenheit droht alle gleichermaßen einzuholen. Das führt dazu das sich eine rasante Geschichte mit Spannung und vielen Wendungen entwickelt die man sich als Science Fiction Fan wirklich gut anschauen kann. Wenn ihr eine brauchbare Science Fiction Serie sucht und euch dabei nicht gleich Vollzeit binden wollt seid ihr hier richtig aufgehoben. 10 Folgen, ca. 10 Stunden und großes Potential auf eine Fortsetzung.

Meine Meinung zu Cowboy Bebop

Natürlich ist die Serie nicht neu, sie ist abgekupfert von der alten Anime Serie aus 1998, kopiert vieles, details wie die Einrichtung der Bebop, das obligatorische Sofa auf dem viele Entscheidungen getroffen werden, selbst das Intro ist komplett kopiert, was ich allerdings weder schlimm noch unsympathisch finde, denn alles ist soweit stimmig. Die Schauspieler beanspruchen allesamt ihren Platz, reißen aber nichts an sich, das nicht auch für sie gedacht wäre. Gerade die Darstellung von Jett´s zerrissenem Charakter zwischen dem ehemaligen Cop mit Ehre, dem liebenden Vater und dem knallharten Kopfgeldjäger wird durch Mustafa Shakir perfekt zur Geltung gebracht.

Zwar kommt die Netflix Verfilmung mit weniger Witz und weniger Spaß aus, als der Anime, aber das finde ich deutlich besser als einen gezwungenen Humor einzubauen der besser zu einem Anime passt. Die Actionszenen sind allerdings teilweise etwas lahm geraten, hier hätte Netflix sicherlich noch einiges an Spannung nachlegen können, denn der Ausgang jeder einzelnen Szene ist eigentlich vorhersehbar.

Für mich gehört Cowboy Bebop zu den Serien die man in diesem Winter gut gucken kann und eine zweite Staffel wurde zwar noch nicht bestätigt, allerdings kann ich bereits an dieser Stelle einiges dazu sagen.

!!! VORSICHT SPOILER !!!

Wenn ihr euch nichts versauen wollt solltet ihr hier nicht mehr weiterlesen, sondern diesen Artikel beenden, einen lieben Kommentar hinterlassen und es gut sein lassen. Wenn ihr allerdings scharf drauf seid zu erfahren wie es weitergehen könnte bzw. was wir zur zweiten Staffel wissen, dann lest ruhig weiter…

Grundsätzlich ist es nicht ungewöhnlich das Netflix erstmal abwartet ob eine zweite Staffel produziert werden sollte. Das hängt natürlich immer vom Erfolg der Serie ab, also schaut schön fleißig. Jedoch haben wir bereits einen groben Ansatz für die zweite Staffel der sich am offiziellen Cowboy Bebop Spielfilm orientieren dürfte. Am Ende der ersten Staffel, der Netflix Verfilmung, trifft Spike auf Radical Ed, die junge Hackerin, die wir aus dem Anime kennen und die durch den Hack von Verteidigungssatelliten auf die Bebop getroffen war. Sie redet vom Schmetterlingsmann, den sie in den letzten Szenen der ersten Staffel, mit Spike jagen möchte. Kenner wissen um wen es geht, nämlich den Bösewicht des Spielfilms. Aus diesem Grund ist zu erwarten das eine potentielle zweite Staffel sich auch hieran orientieren wird. Leider sind einige Dinge passiert die die Geschichte allerdings etwas aus dem Ruder geworfen haben, denn grundsätzlich hat sich vieles getan.