Avatar – Frontiers of Pandora (PS5) Test

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James Cameron, ein Name der mit Avatar und der Welt Pandora wohl unzertrennlich verbunden ist. Ubisofts neues Spiel Avatar Frontiers of Pandora, das in enger Zusammenarbeit mit James Camerons Firma Lighthouse Entertainment entstanden ist musste sich jetzt unserem kritischen Test stellen. Ob das PS5, X-Box Series X/S und PC Spiel sich dabei gut anstellt erfahrt ihr hier im Detail…

Als junger Na´vi werdet ihr entführt und von eurem Clan getrennt. Die Bekannte RDA, ein Großkonzern von der Erde, der den ressourcenreichen Mond Pandora plündert, zieht euch und eine Gruppe Na´vi aus eurem Clan auf um Soldaten zu haben, die es mit den Ureinwohnern von Pandora aufnehmen können. Das geht aber gehörig schief und so landet ihr in einem 16 jährigen Cryoschlaf der euch das Laben rettet. Wieder aufgewacht erfahrt ihr was passiert ist und vor allem was ihr zu tun habt…

Das ist Avatar Frontiers of Pandora

Gerade die ersten Trailer und natürlich auch die Filme, machen Lust auf das Spiel. Optisch ein Brocken, was sich vor allem in den PC Systemanforderungen wiederspielgelt. Eine RTX 1070 wird hier als Minimum angegeben, wobei wir sagen dürfen das ihr ohne DLSS in 4K mit einer RTX 4090 nicht konstant bei 60 FPS bleibt. Eine 4070 schafft in 1080p knappe 90 FPS, in 1440p liegen wir dann mit DLSS noch bei etwa 75 FPS was durchaus brauchbar ist, aber schon happig in den Anforderungen. Viele werden hier, so wie wir auf die Konsolenversion zurückgreifen.

Als Hinweis: Wir hätten auch gerne die PC Version getestet, allerdings war bereits absehbar das wir in 1440p mit unserer 3070ti kaum auf ein spielbares Ergebnis kommen werden (ca. 35 FPS), was für mich nichtmehr in Frage kommt! Also haben wir uns auf die Konsolenversion, hier Playstation 5, beschränkt!

Im Spiel selbst beginnen wir einen beeindruckendes Intro in dem wir gezeigt bekommen wie die RDA versucht junge Na´vi heranzuziehen und ihnen erzählen will wie gefährlich Pandora ist. gleichzeitig werden sie mit irdischen Kulturen, Gebräuchen und vielem mehr belehrt, so das sie fast schon menschlich werden. Die Natur der Na´vi lässt sich aber nicht unterdrücken und so ist eine Revolte klar vorprogrammiert. Ohne Spoiler… irgendwie müsst ihr ja da raus kommen!

Einmal der RDA entkommen schließt ihr euch dem Wiederstand an und widmet euch der Rettung von Pandora. Dabei müsst ihr neben den Beziehungen zu anderen Na´vi Clans auch euren eigenen wieder entdecken, vom dem es leider nichtmehr wirklich viele gibt, genauso liegt es an euch die RDA Einrichtungen zu schließen, die die Umwelt von Pandora verschmutzen und die RDA natürlich auf Pandora halten.

Dabei gilt es aber auch die Waffen der Na´vi und Menschen gekonnt einzusetzen, einen Ikran zu fliegen und Schreckenspferde zu reiten. Die Welt die Ubisoft uns hier hingezaubert hat ist riesig und wunderschön!

Alles Augenwischerei?

Die wunderschöne Spielwelt wirkt natürlich und organisch, einfach atemberaubend! Genauso atemberaubend ist aber auch die Systemlast, denn auf der Playstation 5 lässt sich das Spiel nur unter massiven Abstrichen im Qualitätsmodus spielen. Der Leistungsmodus ist die einzig vernünftige Wahl! Warum Ubisoft überhaupt einen QUalitätsmodus anbietet ist wohl eher zum marketing um besser Optik anbieten zu können. Betrachten wir aber die Leistung einer RTX 3070ti wie sie bei uns zum Einsatz kommt und eine PS5, die preislich mitlerweile in etwa gleich aufliegen so brauchen wir am PC mal eben eine Grafikkarte im Preis einer kompletten PS5 um eine ähnliche Leistung zu erzielen. Da kommt die Konsole deutlich besser weg!

Allerdings muss man auch dazu sagen das von der beworbenen Grafik in Screenshots und Trailern auf den Konsolen nichtmehr viel übrig bleibt. In unserem Fall verweigert das Spiel die Darstellung eines HDR Bildes gänzlich, warum? Keine Ahnung, das lässt sich auch mit verschiedenen Fernsehern nicht ändern! Die Optik leidet auf der PS5, trotz interner SSD vor allem unter schlecht, teilweise garnicht nachladenden Texturen. Hinzu kommen verwaschene Szenen und Grafikfehler die vor allem die Beleuchtung und den Tageszeitwechsel angehen. Auch die Darstellung von Bewegungen und entfernten Objekten wirkt schnell matschig und verzerrt. Das war sehr enttäuschend und hat vor allem die Immersion an der PS5 stark beeinträchtigt.

Der eingesetzte Nebeleffekt spart zwar massiv ressourcen und passt auch perfekt ins Spiel, aber irgendwo bin ich teilweise schon enttäuscht was Sichtweiten und die entsprechende Auflösung angeht. Wer hier nicht gerade mit einem sehr guten Fernseher mit VRR und hochwertigem Upscaling Chip arbeitet der bekommt kein wirklich schönes Bild zu sehen. Unser “alter” Sony 4K LED TV wirkt hier bereits genauso outdated wie die Playstation 5 an sich, die sichtlich überfordert ist.

Spielbar ist und bleibt Avatar Frontiers of Pandora natürlich auch die Optik ist und bleibt wunderschön aber gerade die Konsolenversion ist natürlich ein deutlicher Abstrich zu dem was wir bisher gezeigt bekommen haben! Im Kern ist Avatar Frontiers of Pandora allerdings auch wenig innovativ. Die Kernmechaniken wie Sammelobjekte, Ressourcen grinden, Tiere jagen und laufmissionen erledigen bleiben das gleiche wie in anderen Spielen der Machart, nur in wesentlich schöner!

lohnt sich das denn!?

Auch wenn Avatar Frontiers of Pandora im Kern reiner Einheitsbrei ist, so machen die Entwickler von Massive Entertainment einen nahezu perfekten Job! Avatar Frontiers of Pandora könnte genau so, mit anderen Charakteren und anderer Story auch das nächste Farcry sein, aber Avatar hat keine überladene Karte, Avatar hat keine ständigen Zufallsereignisse, es gibt eine wunderschöne Spielwelt die optisch richtig protzt und dabei dennoch bunt und natürlich wirkt. Das Spiel kann mit Minimalismus und gleichzeitigen schöpfen aus den Vollen begeistern! Minimalistisch ist die Questführung und die Markierungen im Spiel, aus den Vollen schöpfen die Entwickler beim Design. Hier eine versteckte Höhle, da ein Labor, eine Felsspalte die uns zum eigentlich Ziel führt, riesige Wasserfälle, Hügel und Berge, weite Ebenen und dichter Urwald wechseln sich ab. Tag und Nacht verändern die Optik des Spieles massiv und die Umwelt ist ständig in Bewegung!

Die Missionen, wie das zerstören von RDA Bohrtürmen und Einrichtungen sind leider immer gleich. Alle Bohrtürme sind gleich, fast alle Basen sind gleich und jedes Mal lohnt sich ein ruhiges, schleichendes Vorgehen. Selbst im einfachen modus kann es ansonsten sehr schwer werden, Feuerwaffen und Na´vi Haut vertragen sich nicht sonderlich gut und auch die RDA Mechs mit Granatwerfer nehmen euch schnell unter Beschuss. Da macht es schon Sinn zu schleichen.

Avatar Frontiers of Pandora wirkt aber nicht nur wunderschön, mit gelegentlichen Schwächen, es motiviert auch. Wir spielen erst einmal eine ganze Menge Missionen und erleben viel, bis wir uns z.B. an einen Ikran gewöhnen dürfen. Ikrane sind Flugtiere und ermöglichen euch eine noch beeindruckendere Spielerfahrung, denn ihr könnt die Ikran frei fliegen und damit noch mehr und noch beeindruckendere Bilder sehen! praktischerweise ist das eine der vielen Ebenen im Spiel, denn der dichte Urwald blockiert natürlich den Blick auf den Boden, da kann euch vieles entgehen!

Fazit und Bewertung

Wenn man es jetzt ganz genau nehmen will ist Avatar Frontiers of Pandora nichts besonderes, nur ein weiterer First Person Action Titel, wie wir schon hunderte erlebt haben. ABER und dieses ABER schreibe ich gerne groß denn Avatar ist schon ein bisschen besonders. Ich habe ja schon oft erwähnt das ich dreidimensionales Spieldesign mag. Das ist hier perfekt umgesetzt, wir haben die Luft aus der wir vieles schnell erreichen, wo wir RDA Luftfahrzeuge haben und durch die wir abgelegene riesige Steinbögen erreichen. Wir haben aber gleichzeitig den Urwald der so dicht ist das wir teilweise kaum etwas über unseren Köpfen sehen, alleine nur weil die Bäume so riesig sind. Gleichzeitig erklimmen wir Felsen, springen in Felsspalten und vieles mehr! Lediglich die Unterwasserwelt fehlt quais gänzlich. Sich hier ein Beispiel an genshin Impacts letzter Region Fontaine zu nehmen wäre die Krönung gewesen.

Die Entwickler spielen hier mit vielen Features die perfekt umgesetzt sind. Das schleichen in den RDA Basen um heimlich die Basen zu sabotieren, das fliegen mit dem Ikran, der wir einen eigenen Namen geben können, das sammeln von Material durch Jagd und Ernte, die Effektvollen Sammelpunkte an denen wir kleinere Aufgaben erledigen müssen, wie zum Beispiel einem bestimmten Pfad folgen, kombiniert mit der Geschichte dazu und der atemberaubenden Welt machen Avatar Frontiers of Pandora schon zu etwas besonderem. Zwar kombiniert das Spiel an vielen Stellen nur das Beste aus anderen Spielen wie zum Beispiel den Eindrucksvollen Urwald wie wir ihn bereits in Ancestors (hier im Test) gesehen haben mit Pfeil und Bogen Jagden aus Farcry Primal, beeindruckenden Flugszenen aus Horizon Burning Shores (hier im Test) und gelegentlicher Detektivarbeit zu der mir gerade kein Beispiel einfällt. Alles in Allem ein sehr rundes Spielerlebnis das sich sehen lassen kann.

Selbst zum Release sind wir nur auf sehr wenige Bugs gestoßen, die meisten davon eher kosmetischer Natur also verkraftbar. Mittlerweile sollte das meiste bereits behoben sein. Spielerisch haben wir hier zwar nichts das total innovativ und neu wäre aber dank des Designs und der Umsetzung, der optik und der massiven, liebevoll gestalteten Spielwelt die sehr natürlich wirkt, schaue ich auch gerne über die immer gleichen Basen und sich wiederholenden Missionen hinweg. Ganz durch haben wir es leider noch nicht geschafft, das könnte auch dieses Jahr schwer werden, da noch viel auf dem Plan steht, aber dennoch gebe ich eine gut gemeinte Wertung mit:

9 von 10 Punkte