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Radikaler Kurswechsel: Ubisoft kündigt „Großen Reset“ mit Studioschließungen und Spielabsagen an

Der französische Gaming-Riese Ubisoft zieht die Notbremse. Nach wirtschaftlich turbulenten Jahren und hinter den Erwartungen gebliebenen Veröffentlichungen hat CEO Yves Guillemot einen umfassenden „Reset“ des Unternehmens angekündigt. Die Maßnahmen sind schmerzhaft: Mehrere Projekte wurden eingestellt, Studios geschlossen und die gesamte Konzernstruktur wird umgekrempelt.

Ubisoft reagiert damit auf einen massiven Einbruch des Aktienwerts und die Notwendigkeit, wieder zu kreativer Exzellenz und finanzieller Stabilität zurückzufinden. Der Plan sieht vor, das Unternehmen radikal zu verschlanken und den Fokus auf die stärksten Marken zu legen.

Kahlschlag im Portfolio: Was wurde gestrichen und verschoben?

Ubisoft bereinigt sein Portfolio radikal von riskanten Experimenten. Insgesamt wurden sechs Spiele komplett eingestellt und sieben weitere Titel verschoben.

Die prominentesten Streichungen: Das schwerwiegendste Opfer ist das Prince of Persia: The Sands of Time Remake. Nach jahrelanger, problematischer Entwicklung wurde das Projekt nun endgültig begraben. Zudem wurden drei unangekündigte neue Marken (IPs) sowie ein Mobile-Titel gestrichen, da Ubisoft künftig kein Risiko mehr mit unbekannten Namen eingehen möchte.

Diese Titel verspäten sich: Die sieben Verschiebungen betreffen laut Branchen-Insidern vor allem Projekte, die mehr „Polishing“ benötigen, um die neuen Qualitätsstandards zu erfüllen:

  • Assassin’s Creed IV: Black Flag Remake: Rutscht voraussichtlich in das Geschäftsjahr 2026/27.
  • Splinter Cell Remake: Erneut nach hinten verschoben, um den hohen Fan-Erwartungen gerecht zu werden.
  • Far Cry Multiplayer: Der geplante Extraction-Shooter wird nun erst für 2027 erwartet.
  • Neues Ghost Recon: Ebenfalls von einer Verschiebung betroffen.

Überraschend: Das ewige Projekt Beyond Good & Evil 2 wurde nicht gestrichen und bleibt weiterhin in Entwicklung.

Studioschließungen und Ende des Home-Office

Die Umstrukturierung fordert auch personelle Opfer. Ubisoft schließt zwei Standorte komplett:

  • Ubisoft Stockholm: Das schwedische Studio wird aufgelöst.
  • Ubisoft Halifax: Das Mobile-Studio in Kanada wird ebenfalls geschlossen.

Gleichzeitig führt Ubisoft eine striktere Präsenzpflicht ein. Remote-Arbeit wird stark eingeschränkt, und Mitarbeitende sollen künftig wieder mindestens fünf Tage pro Woche in den Büros erscheinen.

Die neue Struktur: Fünf „Creative Houses“

Um die Entwicklung künftig effizienter zu steuern, teilt Ubisoft seine Marken in fünf spezialisierte Einheiten auf:

  1. Vantage Studios: Fokus auf die großen Blockbuster wie Assassin’s Creed und Far Cry.
  2. CH2: Spezialisierung auf Shooter (The Division, Ghost Recon).
  3. CH3: Zuständig für Rennspiele und Sporttitel (The Crew).
  4. CH4: Fokus auf immersive Welten und Narrative (Anno, Beyond Good & Evil).
  5. CH5: Fokus auf Casual- und Familienunterhaltung (Just Dance).

Finanzielle Auswirkungen

Die Kosten für diesen Umbau sind immens. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Ubisoft nun nur noch Einnahmen von rund 1,5 Milliarden Euro und rechnet mit einem operativen Verlust von rund einer Milliarde Euro.

Ubisoft setzt alles auf eine Karte. Durch die Konzentration auf bewährte Marken wie Assassin’s Creed will der Publisher seinen Ruf zurückgewinnen. Ob dieser „Große Reset“ ausreicht, werden die kommenden Jahre zeigen.

Über Egor Sommer 1607 Artikel
Lange Zeit bei Playstation-Choice.de mitgewirkt und nun als Freelancer bei Gamolution.de tätig. Ich freue mich darauf euch weiterhin mit Tests, Specials und News rund um die Gaming-Welt zu informieren.
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