Im Test: Ship Graveyard Simulator für Playstation 5

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Vor einiger Zeit ist auf Playstation 4 der Ship Graveyard Simulator erschienen. Genauer gesagt am 23.Februar. Wir haben uns das Spiel für euch angeschaut das, zugegebenerweise etwas strange aussieht. Das Spiel hat aber einen wichtiges Alleinstellungsmerkmal denn einen Simulator eines Schiffsfriedhof Simulator haben wir bisher noch nicht erleben dürfen. Sicherlich gab es schon viele Simulatoren, wir haben als Police Officers auf Patroullie vieles erlebt, haben als Feuerwehrmann die amerikanischen Bürger beschützt, sind auf der Switch mit dem Bus unterwegs gewesen, haben auf Baustellen gearbeitet im Bausimulator, sogar als Ziege auf dem Pilgor Weg im Goat Simulator 3,  haben auf seltsamen Spieleplattformen Tiere gejagt im Hunting Simulator, das Highlight war aber der Microsoft Flight Simulator, der optisch bisher beste Simulator. Doch der Ship Graveyard Simulator sieht weder toll aus ist auch nicht besonders aufwändig, aber er hat eine gewisse Faszination.

Was erwartet uns auf dem Schiffsfriedhof?

Ihr steht auf einem Schrottplatz, irgendwo im nirgendwo, in einem Slum. Euer Ziel ist klar, reich werden, doch alleine geht das nicht. Als Unternehmer seid ihr aber dennoch auf einem guten Weg. Euer erster Schritt ist es Schrott am Strand zu sammeln. Habt ihr genug könnt ihr neue Werkzeuge kaufen, könnt eure Abbaumethoden verbessern und sogar Arbeiter einstellen. Neue Gebäude bauen und im First Person Modus ist und bleibt es eure Aufgabe, im Slum reich zu werden.

Mit der Zeit könnt ihr immer größere Schiffe bestellen, aber die kosten auch täglich Geld, ihr müsst also fleißig sein um Geld verdienen zu können und nicht einfach nur welches auszugeben. Das ist nun aber nicht allzu herausfordernd und sieht ehrlich gesagt auch nicht besonders gut aus. Dabei nimmt sich das Spiel sogar anfangs selbst auf die Schippe und erklärt euch das der Händler nicht der schönste Mann der Welt ist. Naja, das trifft es nicht im Ansatz 😉

Die Frage ist jedoch ob sich das durchsetzen lässt. Noch wichtiger die Frage ob das auch Laune macht.

Das war weniger toll

Ich möchte dieses Review mit den negativen Dingen beginnen, denn davon gibt es eine ganze Menge im Spiel. Angefangen bei der Optik, die gelinde gesagt wirklich grausig ist. Sie funktioniert und bietet an einigen Stellen sogar aufwändige Spiegelungen, Raytracing? aber letztlich wirkt das Ganze Spiel optisch eher wie ein Klumpen aus PS3 Zeiten. Seltsamerweisse, auch wenn ich vieles zu meckern habe, so darf ich bereits hier spoilern das es sich lohnen wird weiter zu lesen, denn das Spiel hat mich auf eine gewisse Art und Weise fasziniert und am spielen gehalten, überraschend lange sogar…

Die Optik haben wir ja nun genug beleidigt, genau wie die Optik unsere Augen, hinzu kommt eine hakelige Steuerung die wirklich an vielen Stellen ungenau ist. Die ist so hakelig das selbst der polnische Entwickler Games Incubator, der scheinbar auf sehr spezielle Spiele spezialisiert ist, eine Ein-Tasten-Einsammeln-Funktion für Ressourcen eingebaut hat. Mit Spielen wie dem Disco Simulator, dem Polizei Schießerei Simulator oder dem Auto Restaurations Simulator haben sich die Entwickler bisher zwar keinen großen Namen gemacht, aber dennoch muss man dem Entwickler lassen, das man klar macht, Nischen bedienen zu wollen.

Der Schiffs Friedhof Simulator gehört sicherlich in die gleiche Kategorie.

Eine seltsame Faszination

Was allerdings wirklich seltsam ist, ist die Faszination die dieses Spiel auf seine Spieler ausübt! Wir haben das Spiel unaufgefordert in unserer Redaktion begrüßen dürfen, vermutlich hätten wir uns ansonsten auch garnicht damit beschäftigt. An dieser Stelle sind wir froh das es so gekommen ist. Wir hätten zwar keinen Titel verpasst den man unbedingt gespielt haben muss, allerdings hätten wir dem Spiel sicherlich unrecht getan, denn nach mehreren Stunden Spielzeit habe ich noch immer keine Lust das Spiel wieder zu deinstallieren.

Ich habe darüber gemeckert das das Spiel keine Geschichte hat, keinen Grund, warum wir unsere Arbeit erleben, eine Grafik die zum Himmel schreit und eine Steuerung die man, gelinde gesagt in die Tonne kloppen kann, dennoch will ich weiter spielen! Nachdem ich das erste Schiff komplett abgebaut hatte musste ich sofort ein Neues bestellen und weiter machen. Die ersten Arbeiter hatten zu dem Zeitpunkt bereits Einnahmen gebracht und die ersten Gebäude hatte ich schon errichtet.

Irgendwie habe ich schnell eine gewisse Lust entwickelt die nächsten Kähne zu erkunden und freue mich auch immer wieder wenn ich versteckte Gegenstände finde, neue Dinge die ich zerstören und recyclen kann. Letztlich finde ich mich in einem dieser Spiele wieder, die man anfängt und plötzlich sind einige Stunden vergangen und man weiß garnicht mehr wo die Zeit geblieben ist. Der Ship Graveyard Simulator hat wirklich eine seltsame Faszination auf mich ausgeübt…

Zusammenfassung und Bewertung

Auch wenn der Ship Graveyard Simulator mehr als ein Nischenprodukt ist und er auch wirklich nicht gut aussieht, so konnte mich das Spiel faszinieren. Trotz einer miesen Optik und einer absolut ungenauen Steuerung konnte mich das Spiel bei der Stange halten. Leider hat der Ship graveyard Simulator keine Geschichte, keinen grund warum das Spiel weitergespielt werden soll. Seinen Job erledigt das Spiel halbwegs passabel. Wir können Schrottschiffe ordern, Schrott sammeln, Schrott verkaufen und Schrott veredeln. Das Ganze ist eigentlich keine große Sache, aber irgendwie fasziniert es mich.

Natürlich kann ich einem Spiel wie diesem keine Super Wertung geben, dafür ist es technisch zu unausgegoren und spielerisch bei weitem nicht anspruchsvoll genug, dennoch macht es irgendwie Laune. Wenn euch das Thema interessiert und ihr mal einen anderen Simulator sucht, dann solltet ihr euch den Ship Graveyard Simulator durchaus mal anschauen. Immerhin kostet das Spiel im Playstation Store gerade einmal €14,99,- was durchaus der Qualität des Spieles entsprechend in Ordnung ist. Aus diesem Grund liegt meine Wertung bei:

6 von 10 Punkte